Dortmunder Sackfabrik Otto Sticht GmbH blickt auf
100-jährige Firmengeschichte zurück
Großes Jubiläumsfest mit Geschäftspartnern, Vertretern der Stadt, Familien und Freunden

In diesem Jahr, am 08. Juli 2004, hat die renommierte Dortmunder Firma „Dortmunder
Sackfabrik Otto Sticht GmbH“ allen Grund zu feiern. Vor genau 100 Jahren hat der
Firmengründer Herr Otto Sticht die Eintragung ins Dortmunder Handelsregister veranlaßt.
Die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter haben in den letzten Wochen und Monaten keine
Mühen gescheut, um dieses Ereignis vorzubereiten.
Es wurde sogar anläßlich des 100-jährigen Firmenjubiläums für die Geschäftsfreunde und Partner des Hauses ein Buch herausgebracht, welches die Firmengeschichte, eingebettet in die Geschichte der Stadt Dortmund, dokumentiert.

Die Dortmunder Sackfabrik Otto Sticht wurde von dem Handelsvertreter in Nähmaschinen,
Herrn Otto Sticht, im Jahre 1900 in Dortmund gegründet. Bereits im Jahre 1904 hatte die
Firma 40 Beschäftigte, woraufhin die Industrie und Handelskammer zu Dortmund darauf
bestand, daß die Firma in das Handelsregister beim Amtsgericht Dortmund eingetragen wurde. Am 8. Juli 1904 wurde die Firma in das Register eingetragen.
Säcke, vornehmlich grobe Jutesäcke, wurden nahezu überall gebraucht, vor allem zur
Verpackung und zum Transport der allseits präsenten Kohle. Eisen- und Stahlwerke,
Zechen, Brauereien und der Handel - überall findet der Sack als Verpackung Verwendung.
Wie häufig sind aus Straßenansichten aus dieser Zeit Fuhrwerke und offene Lastwagen zu
sehen, deren Ladung aus gefüllten Säcken besteht.
Mit der Industrialisierung des Ruhrgebietes wurden auch die Stahlwerke, Chemischen
Werke, der Bergbau und die gesamte metallverarbeitende Industrie zum Partner.

1935 wurde die Firma Gründungsmitglied im damals geschaffenen Arbeitgeberverband
der Jutesackhändler, der Vorläuferorganisation des heutigen „Bundesverbandes
Kunststoff- und Schwergewebekonfektion“ .

Zeitweise hatte die Firma in den 30er und 40er Jahren über 100 Beschäftigte. Da
Verpackungen vor allem während der Kriegszeit Mangelware waren, wurden alle
verfügbaren Materialien immer wieder repariert und aufbereitet, um Waren damit zu
transportieren.

Wie auch vielen anderen Unternehmen im Ruhrgebiet ist der Dortmunder Sackfabrik '
wegen der Dauerbombardierung durch die Alliierten eine Vernichtung der
Produktionsanlagen nicht erspart geblieben.

Das seinerzeit zweistöckige Firmengebäude im Hinterhof der Kreuzstraße 18 erhielt in
den letzten Kriegstagen vor der Kapitulation einen Volltreffer und war nicht mehr
verwendbar. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Firma bereits in der zweiten Generation
von der Tochter des Gründers, Frau Dohrmann und deren Sohn geführt.

Unmittelbar nach Kriegsende wurde an der Semerteichstraße 63 ein Grundstück
angemietet, auf dem die neuen Fabrikationshallen und das Büro errichtet wurden..
Ab 1947/1948 konnte in der Semerteichstraße 63 wieder voll produziert werden.

Nach dem Tod von Frau Dohrmann im Jahre 1961 und deren Sohn 1964 wurde die
Firmenleitung von der dritten Generation, der langjährigen Mitarbeiterin und Prokuristin
Frau Dorothea Hoffmann, übernommen.

Im Anschluß daran erhielt Herr Helmut Kämmerling Prokura und das angepachtete
Gelände an der Semerteichstraße wurde angekauft.

Ab Mitte der 60er Jahre wurde mittels eines Vertrages mit der Deutschen Bundespost die
„Beutelpflege“ der Postbeutel übernommen, wobei der günstige Standort in Dortmund dazu
beitrug, daß die Dortmunder Sackfabrik der größte „Beutelpfleger“ in der Bundesrepublik
wurde.

Ab Mitte der 70er Jahre war erkennbar, daß ausschließlich Verpackungssäcke allein
den Firmenerhalt nicht mehr gewährleisteten. Es wurde deshalb kontinuierlich eine
zusätzliche Handelssparte aufgebaut, die ergänzend zur Produktion paßte. So wurde
die Handelssparte und die Konfektionierung erweitert.
Die zusätzlichen Produktsparten bezogen sich auf Netze, Planen, Hauben, Folien,
Big Bags, Kunststoffsäcke, Vorhänge, Transparente Tennisblenden, usw...

Bedauerlicherweise benötigte die Deutsche Post AG mit Gründung der 74 Frachtzentren
Mitte der 90er Jahre keine Beutel mehr.
Daher wurden die bestehenden Verträge mit den Firmen gekündigt, was bedeutete,
daß auch vielen Arbeitern der Dortmunder Sackfabrik gekündigt werden mußte. Die
inzwischen großen Hallen wurden im Zuge einer Verkleinerung verkauft.

Die Firma wird nach dem Tod von Frau D. Hoffmann im Jahre 1998 ab dem 1.1.1999 als
GmbH von dem geschäftsführenden Gesellschafter Herrn Horst Dieter Jankus in der
vierten Generation weitergeführt. Nach ca. 1 Jahr Ansässigkeit in der Hengsener Straße
in Dortmund Brakel konnte man schon feststellen, daß die angemieteten Räume zu klein
waren. Aus diesem Grunde hat die Firma im Laufe des Jahres 2001 auf dem ehemaligen
Zechengelände Minister Stein in der „Neuen Mitte Eving“ in Dortmund-Eving eine
Produktionshalle von ca. 1.300 qm und ein zweistöckiges Bürogebäude errichtet, um
sich den Erfordernissen des nächsten Jahrhunderts stellen zu können.

Nach der Verlagerung nach Eving sind zwei neue Vollzeitkräfte eingestellt worden. Abhängig
von der Auftragslage plant das Unternehmen kurzfristig weitere Neueinstellungen.

Die Dortmunder Sackfabrik freut sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit ihren treuen Kunden und Lieferanten.


Thomas Nowak